was veranlasst Tausende Sternfreunde dazu, um den halben Erdglobus zu reisen, um die wenigen Minuten zu erleben, in denen eine Sonnenfinsternis den Tag zur Nacht werden lässt? Die in den Mondschatten getauchte Landschaft? Der Anblick der Korona? Der Diamantring? Oder die Perlenkette? Urteilen Sie selbst: Auf den Seiten 86 bis 92 vermitteln Ihnen Finsternisbeobachter einen lebendigen Eindruck davon, was sie im Dunkel des Mondschattens sahen.
Nicht weniger faszinierend, aber vom menschlichen Auge unbemerkt, vollziehen sich Finsternisse bei fernen Sonnen – hervorgerufen von vorüber ziehenden Exoplaneten. Der Kurzbericht ab Seite 20 zeigt, dass die Astronomen bei den Beobachtungen solcher Transit-Ereignisse einen bedeutenden Schritt weiter gekommen sind: Mit dem Satelliten CoRoT konnten sie erstmals die Lichtphasen eines Transitplaneten nachweisen!
Undenkbar wären solche Fortschritte ohne die Gesetze der Planetenbewegung, die Johannes Kepler vor genau 400 Jahren in seinem Werk »Astronomia nova« publizierte. Ernst Kühn legt ab Seite 42 dar, wie Kepler zu den Gesetzen gelangte. Der Astronom konnte auf einen reichen Schatz zurückgreifen, den der 1601 verstorbene Tycho Brahe hinterlassen hatte: hervorragende Positionsmessungen des Planeten Mars. Es war jedoch nicht allein diese Datenbasis, die Kepler zur Suche nach den darin verborgenen Gesetzmäßigkeiten veranlasste: Es waren auch metaphysische, religiöse Gründe, mit dem Idealbild einer auf die Sonne ausgerichteten heliozentrischen Welt.
Heute gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der größte Teil unseres Weltbildes im Dunkeln liegt. Hierüber berichtet Stefanie Phleps ab Seite 30 in diesem Heft. Die Astrophysikerin beschreibt die Suche nach der geheimnisvollen Energie, die vermutlich die beschleunigte Expansion des Kosmos antreibt. Gibt es die Dunkle Energie wirklich? Wenn ja, dann müsste sie in der heutigen Verteilung der Galaxien ihre Spuren hinterlassen haben. Die Astronomen planen aufwändige Projekte, um ein vollständiges Bild von diesem verborgenen Muster zu erhalten. Eine der möglichen Antworten auf die gestellte Frage ist allerdings ernüchternd: »Weder ließ sich bislang die Dunkle Energie direkt nachweisen, noch ist ihre Existenz die einzig denkbare Möglichkeit, die Beobachtungen zu erklären.«
Nicht allein die sichtbaren Phänomene bewegen uns also zum Blick an den Himmel – auch die dunklen Seiten gestalten die Astronomie spannend.
Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich der erste im Zuge der CoRoT-Mission entdeckte
Exoplanet als eine gleichzeitig heiße und kalte dunkle Welt. Und er ist der erste Transitplanet
außerhalb des...
Im Herzen des Orionnebels ist die Geburtstätte eines Sternhaufens
hinter dichten Wolken von Staub und Gas verborgen. Bei infraroten
Wellenlängen offenbart sich dort allerdings eine äußerst heftige...
Das vielleicht bedeutendste Rätsel, das sich den Astronomen
heute stellt, ist die Dunkle Energie. Sie trägt den größten Teil zur
Energiedichte des Kosmos bei und treibt die beschleunigte
Expansion...
Vor 400 Jahren erschien Johannes Keplers epochales Werk »Astronomia Nova«.
Darin formuliert er zwei der drei berühmten nach ihm benannten Gesetze – sie
beschreiben die Form der Planetenbahnen und...
Der Herbsthimmel hat ein Herz für die Besitzer kleiner Teleskope: Seine besten
Objekte – nahe Galaxien und helle galaktische Sternhaufen – sind sogar schon mit
einem Feldstecher gut zu beobachten...
Mit einem neuartigen von Sonnenforschern entworfenen Verfahren zur
automatisierten Mustererkennung lassen sich kleinräumige magnetische Gebiete auf
der Sonne identifizieren. Hochgerechnet auf die...
Eine exakte Nachführung ist – neben einer exakten Fokussierung – das A und O
bei der Deep-Sky-Fotografie. Die automatische Nachführeinheit der italienischen Firma
LVI verspricht diese Aufgabe...
Aus einer Gruppe begeisterter Amateurastronomen entwickelte sich eine große
Arbeitsgemeinschaft, die unweit der nordrhein-westfälischen Stadt Hagen
eine leistungsfähige Sternwarte aufbaute. Heute...
Viele tausend Kilometer waren finsternishungrige Europäer gereist, um am 22. Juli 2009
die längste totale Sonnenfinsternis des noch jungen Jahrhunderts zu erleben. Doch zu den
Gaben des Himmels über...
Im Herbst 2009 laden zwei sehenswerte Ausstellungen die Besucher Roms ein, die mehr als 400-jährige Geschichte der italienischen Astronomie zu entdecken. In den Vatikanischen Museen stellen...
Die umfassende Weltraumperspektive für alle, denen die kosmische Umgebung unserer Erde nicht gleichgültig ist. Experten ihres Fachs beschreiben für Sie das faszinierende Geschehen im Weltall. »