Amateur – das mag für viele ein Synonym für Nichtfachmann, Laie, Anfänger, ja vielleicht sogar für Dilettant oder Stümper sein. In einer zweiten, wertneutralen Bedeutung hingegen bezeichnet dieses Wort einen Liebhaber – jemanden, der ein Hobby, eine Fertigkeit oder eine Kunst mit Inbrunst ausübt und dafür keinerlei Geld nimmt. Allein die Freude, die tiefe intellektuelle Befriedigung, die man verspürt, wenn man sich intensiv einer Sache widmet, ist der Antriebsfaktor. Was ich damit meine, das weiß jeder, der sich als Amateurastronom betätigt. (Okay, auch manche Nicht-Amateurastronomen wissen das. Finanzbeamte zum Beispiel, denn die sagen einem, dass man die Ausgaben für eine Tätigkeit, die man aus Liebhaberei betreibt, nicht als Werbungskosten absetzen darf.)
Doch Amateurastronomen sind mehr als nur Liebhaber. Sie leisten wertvolle Beiträge für die Wissenschaft. Beispiele hierfür finden Sie zuhauf in unserer Zeitschrift. Auch in der vorliegenden Ausgabe: Da entdecken Amateure einen Planetarischen Nebel im Sternbild Schwan, den die Profis bisher schlichtweg übersehen haben (Titelbild und S. 74). Mitglieder der Vereinigung der Sternfreunde werten in langwieriger Arbeit alle Beobachtungen von Kometen eines Jahres aus (S. 88). Und
ein Enthusiast erstellt eine Karte des Planeten Mars zu einer Zeit, in der dieser gar nicht am Nacht-, sondern gemeinsam mit der Sonne am Taghimmel steht – und nur so groß erscheint wie eine Ein-Euro-Münze in 1000 Meter Entfernung (S. 82).
Solche Leistungen verdienen Respekt und Anerkennung. Das Wort Liebhaber wird der Qualität der von engagierten Sternfreunden geleisteten Arbeit nicht gerecht. Vielleicht sollte man Profis und Amateure eher nach bezahlten und unbezahlten Astronomen unterscheiden? (Und Letzteren ermöglichen, ihre Kosten von der Steuer abzusetzen?)
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