Die Entwicklung der Atmosphäre aus dem Erdmantel
Aus den Isotopenverhältnissen der Edelgase in vulkanischen Gesteinen läßt sich schließen, daß die irdische Lufthülle bereits in den ersten 100 Millionen Jahren der Erdgeschichte durch Entgasung des oberen Erdmantels entstanden ist und daß dessen Material sich seither nur wenig mit dem des unteren Mantels vermischt hat.
Philippe Sarda und Thomas Staudacher
Beispielsweise können gewisse radiogene Isotope, die beim radioaktiven Zerfall entstehen, als erdgeschichtliche Chronometer dienen. Ihnen ist es zu verdanken, daß sich die relative Zeitskala, die früher anhand von Schichtfolgen und Fossilien aufgestellt worden war, in eine absolute umwandeln ließ. Durch sie kennen wir auch das Alter der Erde von 4,55 Milliarden Jahren. Isotope liefern aber noch weitaus mehr Informationen.
Genauso wie in der Medizin mit radioaktiv markierten Molekülen als Tra-cern beispielsweise Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper erforscht und verfolgt werden, dienen Isotope den Geochemikern als Indikatoren, um Vorgänge im Inneren des ansonsten unzugänglichen Erdballs aufzuklären. Pionier dieser Methoden war Gerald Wasserburg am California Institute of Technology in Pasadena. In Europa wurden sie unter anderem von Claude J. Allègre am Laboratoire de Géochimie et Cosmochimie des Institut de Physique du Globe in Paris weiterentwickelt.
Anders als in der Medizin können Isotope allerdings nicht als Markierungsstoffe ins Erdinnere gebracht werden. Vielmehr sind Geochemiker für ihre


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