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Magazin | 01.02.1993

Agroforstwirtschaft - bedarfsgerechte Anbaumethoden für die Länder der Dritten Welt

Peter Schröder
Land- und Viehwirtschaft auf baumbestandenen Flächen kann in tropischen Regionen die Erträge steigern, die Bodenqualität verbessern, Erosionsprobleme mildern und den Holzbedarf decken.
Für die Entwicklung der Kulturlandschaft gilt der Gegensatz zwischen offenem, agrarisch genutztem Land und Waldfläche als grundlegend. Das trifft heute für Europa und viele außereuropäische Räume zu. Andererseits gibt es zahlreiche Beispiele einer übergreifenden Landnutzung, bei der Waldwirtschaft, Pflanzenbau und Viehzucht räumlich und funktional zumindest teilweise kombiniert sind. In Europa sind diese Formen, zu denen die Waldweidewirtschaft und die Feld-Wald-Wirtschaft (Hauberg- oder Reutbergwirtschaft) zählen, jedoch kaum noch anzutreffen; mit einem intensiven, auf Vermarktung ausgerichteten Landbau scheinen sie ebensowenig vereinbar wie mit den Zielen einer modernen Forstwirtschaft.

Was für Europa gilt, muß aber nicht unbedingt auch für andere Großräume der Erde zutreffen. Die Bevölkerung der Dritten Welt nimmt schneller zu, als neue landwirtschaftliche Flächen erschlossen werden können. Außerdem ist die derzeit praktizierte Rodung tropischer Wälder zur Neulandgewinnung ökologisch verhängnisvoll. Um die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln und pflanzlichen Rohstoffen zu sichern, müssen die vorhandenen Flächen unter Berücksichtigung ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte besser genutzt werden.

Hier liegen große Reserven; denn noch längst ist nicht für jede Region die beste Form der Landbewirtschaftung gefunden. Die integrierte Nutzung von Wald oder lockeren Beständen ausdauernder Holzgewächse in Kombination mit Pflanzenbau oder Viehwirtschaft kann vor allem in den Tropen die Erträge wesentlich steigern. Je nach Standort muß man dabei auf traditionelle Formen zurückgreifen und sie zu fördern suchen oder aber neue Methoden entwickeln. Beispiele sind die seit langem in die dörfliche Wirtschaft einbezogenen Kulturbaumparks in Westafrika und die neu entwickelte Methode des Alley-Cropping, bei der die Feldfrüchte zwischen geradlinig angepflanzten Gehölzreihen angebaut werden. Als Oberbegriff für diese und eine Fülle weiterer Methoden und Tec
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