Ameisen und die Erklärung der Welt
Und wenn ich alle Weisheit der Welt hätte, so wär’s mir nichts nütze; denn ich könnte noch nicht einmal weissagen, ob eine winzig kleine Ameise auf den Pfad der Tugend gerät.
Ian Stewart
Mit einem Blick sah ich: Hier war ich richtig, und die Reise hatte sich gelohnt. Ich sprach die Punkerin mit dem T-Shirt an: "Ich betrachte ihn."
"Hä?"
",Diesen Raum'. Ich sehe nichts Unerwartetes."
Luise, so hieß sie, argwöhnte eine unfeine Anspielung und sah mich mißtrauisch an. "Es geht um die Formel – wenn sie überhaupt je gefunden wird."
"Die Formel?"
"Ich glaube nicht mehr an einen schnellen Durchbruch, seit diese Schwachköpfe im amerikanischen Kongreß den Supraleitenden Super-Collider gestoppt haben."
"Ach, die Weltformel", sagte ich. "Die Theorien über Alles." Sie war offensichtlich Fundamentalistin; das hätte ich ahnen können.
"Spotten Sie nur", sagte sie. Ich schüttelte heftig den Kopf, und sie fuhr fort: "Ich glaube einfach, daß alles im Universum von einem fundamentalen Gesetz beherrscht wird und daß das wichtigste Ziel der Wissenschaft sein sollte, dieses Gesetz zu finden."
"Ja, aber wenn es überhaupt existiert, warum sollte es dann ein mathematisches Gesetz sein?" fragte der pickelige Knabe.
"Schon das Wort Gesetz impliziert eine Präzision, die nur in der Mathematik zu finden ist", entgegnete Luise. "Mathematik ist ja gerade das Studium von logischen Folgerungen aus einfache


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