Schon viele Kriminalfilme haben gezeigt, daß man anhand von Fingerabdrücken Personen zu identifizieren vermag: Das individuelle Muster der Hautleisten auf den Fingerkuppen bleibt das ganze Leben über gleich; und weil die Haut immerzu etwas Schweiß absondert, hinterläßt dieses Relief auf glatten Gegenständen Abdrücke, die sich mit verschiedenen Methoden sichtbar machen lassen.

Doch nicht nur der Erkennungsdienst der Kriminalpolizei vergleicht Fingerabdrücke, die am Tatort oder während der polizeilichen Vernehmung aufgenommen wurden, mit denen aus einer zentralen Kartei; auch die Entwickler von Zutrittskontrollsystemen interessieren sich für dieses Verfahren, die sogenannte Daktyloskopie (nach griechisch dáctylos für Finger und skopein für betrachten). Beispielsweise lassen sich Türen mit geeigneten Sensoren ausstatten: Will jemand eintreten, wird sein Fingerabdruck mit Merkmalen verglichen, die beim Einrichten des Systems gespeichert wurden.

Fingerabdrücke mit einem automatischen System zu identifizieren war allerdings bislang nicht einfach. Beispielsweise ließ sich bei Abdrücken schlechter Qualität der Mustertyp nicht zuverlässig genug bestimmen; entsprechend gering fiel die Erkennungsrate aus. Die visuelle Prüfung durch einen Spezialisten war unerläßlich.

Am Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) in Berlin haben wir nun ein System aus mehreren Programm-Modulen entwickelt, das zunächst das Bild eines Abdrucks verbessert, sodann globale und lokale Merkmale ermittelt und codiert sowie schließlich zwei Fingerabdruckbilder vergleicht (Bild 2). Damit gelang es, die Erkennungsrate gegenüber denen der marktüblichen Systeme wesentlich zu erhöhen.


Gewinnung und Verbesserung des Bildes

Als erstes werden die Abdrücke mit einem Scanner in ein digitales Bild umgewandelt, wobei als Vorlage zum Beispiel der polizeiliche Erfassungsbogen oder das Photogramm einer Tatortspur dient; für die Zugangskontro