szmtag
Spektrum der Wissenschaft spektrumdirekt Sterne und Weltraum Gehirn&Geist epoc SciLogs WIS wissenschaft-online naturejobs
 
Magazin | 01.08.1998

Tangram für Fortgeschrittene

Ian Stewart
Wie stellt man es an, eine ebene Figur so aufzuteilen, daß man aus den Einzelteilen eine völlig andere Figur zusammensetzen kann? Es gibt einige überraschend elegante Lösungen.
Die beiden Rätselerfinder Sam Loyd (1841 bis 1911) und Henry Ernst Dudeney (1857 bis 1931) - der eine Amerikaner, der andere Engländer - arbeiteten in ihren frühen Jahren gemeinsam an einer regelmäßigen Rätsel- Kolumne für die Zeitschrift "Titbits". Loyd schrieb die Rätsel, Dudeney kommentierte sie unter dem Pseudonym "Sphinx" und vergab die Preise. Aber die Zusammenarbeit schlug bald in Rivalität um, und die beiden Männer gingen fortan verschiedene Wege. Beiderseits des Atlantiks entwickelten sie in der Folgezeit die Kunst, vertrackte mathematische Fragen in einfache Geschichten zu verpacken, zu hoher Blüte.

Ein typisches Beispiel dafür ist Sam Loyds Sänftenpuzzle. Das mathematische Problem besteht darin, eine vorgegebene Form in möglichst wenige Teile zu zerlegen und diese zu einem Quadrat neu zusammenzusetzen. Loyd kleidete diese Aufgabe in eine Geschichte, in der sich die Sänfte einer jungen Dame überraschend zusammenfalten läßt und dadurch Regenschutz bietet (Bild 2). Zerlegungsaufgaben dieser Art sind das Thema eines wunderbar unterhaltsamen Buches, das Greg N. Frederickson, Professor für Informatik an der Purdue-Universität in West Lafayette (Indiana), geschrieben hat.

Wenn man ein Gebilde zerschneidet und die Teile zu einer neuen Form zusammensetzt, ändert sich der Flächeninhalt nicht. Diese harmlos anmutende Aussage ist weniger selbstverständlich, als es den Anschein hat. Merkwürdigerweise ist die analoge Behauptung in drei Dimensionen sogar falsch, wenn man sehr komplizierte Zerteilungen zuläßt. Der polnische Mathematiker Stefan Banach (1892 bis 1945) und sein polnisch-amerikanischer Kollege Alfred Tarski (1901 bis 1983) haben 1924 bewiesen, daß man eine Vollkugel so in sechs Teile zerlegen kann, daß die Teile, anders zusammengesetzt, zwei Vollkugeln derselben Größe wie die Ausgangskugel ergeben (Spektrum der Wissenschaft, April 1990, Seite 12). Der Satz ist über jeden Zweifel erhaben - aber so bizarr, daß er den Namen Banach-Tarski-Parado
TEXT Sie können den Artikel als HTML-Datei abrufen (nur Text):
Artikel in der Datei:
Tangram für Fortgeschrittene

Datei abrufen
Der vollständige Artikel ist erschienen in
» Spektrum der Wissenschaft, 8 / 1998
LESERBRIEFE

Leserbrief schreiben

zu 'Tangram für Fortgeschrittene'
nicht artikelbezogen

wird nicht angezeigt
E-Mail-Adresse darf angezeigt werden
Beitrag darf veröffentlicht werden
Folgende Zahl bitte eingeben.
Anzeige
 

Der Artikel "Tangram für Fortgeschrittene" ist erschienen in Spektrum der Wissenschaft 8 / 1998

Anzeige
 
Anzeige
 
Lesershop
Begleiten Sie in diesem interaktiven Lernspiel den kleinen Außerirdischen Sparky in einem Raumschiff quer durch unser Sonnensystem. »
Appetit: Wenn die Steuerung versagt • Globalisierung: Warum die Welt verfettet • Lebensmittel: Was uns wirklich gesund hält • Unterernährung: Hunger und Not • … »
 
Abonnement
Spektrum Dossier bündelt Artikel, die bereits in dem Magazin Spektrum der Wissenschaft erschienen sind, zu einem bestimmten Thema. Verpassen Sie keine Ausgabe und sparen Sie gegenüber dem Einzelkauf. »
 
Science-Shop
Josef Honerkamp
Die wichtigsten physikalische Phänomene, Begriffe und Prinzipien werden anhand ihrer Entdeckungsgeschichte erklärt »
 

Science Jobs der Woche


Mehr Jobs von naturejobs.com und Spektrum der Wissenschaft finden sie hier.
 

Spektrum finden Sie auch hier



 

DenkMal

Nach wem ist kein Tier benannt?
Bram Stoker
Harrison Ford
Björk
Arthur Conan Doyle
Boris Becker
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Impressum - AGB
Internationale Ausgaben:
Brasilien | Frankreich | Italien | Spanien | USA | mehr...
Linkpartner