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Magazin | 01.02.2000

Der Löffelstör – immer eine Nasenlänge voraus

Spektrum der Wissenschaft
In den trüben Wassern des Missouri ist das Aufspüren von Beute nicht so einfach. Der Löffelstör (Polyodon spathula) hat deshalb eine ganz besondere Methode entwickelt, mit der er seine Leibspeise – kleine Wasserflöhe – orten kann: Auf dem Rostrum, einem langen Fortsatz, der seine Körperlänge fast verdoppelt, befinden sich unzählige Elektrorezeptoren. Um die äußerst schwachen elektrischen Felder seiner Beutetiere überhaupt wahrnehmen zu können, benutzt der Fisch außerdem die sogenannte stochastische Resonanz – ein Phänomen, bei dem zusätzliches Hintergrundrauschen winzige Signale verstärkt. Dabei existiert ein optimaler Rauschpegel, der das beste Ergebnis liefert.

David F. Russell und seine Kollegen an der Universität von Missouri wiesen in Laborversuchen nach, daß der Stör elektrische Signale über größere Entfernungen wahrnehmen konnte, wenn ein schwaches elektrisches Wechselfeld am Aquarium angelegt wurde. Zu starkes Rauschen machte den Effekt jedoch wieder zunichte. Die Forscher folgern, daß die stochastische Resonanz die Empfindlichkeit der peripheren Elektrorezeptoren des Fisches steigert. (Nature Bd. 402, S. 291-294)

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