Living Reviews
Markus Pössel
Die Lösung: so genannte Review-Artikel, in denen Wissenschaftler zu begrenzten Themenbereichen ihres Fachgebiets den neuesten Forschungsstand aufzeigen, bisherige Ergebnisse zusammenfassen und einen Überblick über relevante Veröffentlichungen geben. Doch die Forschung schreitet fort, der Review-Artikel bleibt, einmal gedruckt, unverändert und gibt den aktuellen Wissensstand immer unvollständiger wieder – ärgerlich nicht nur für die Leser, sondern auch für den Autor, der hilflos zusehen muss, wie sein Werk mehr und mehr veraltet.
Abhilfe schaffen – zumindest für den Bereich der Relativitätstheorie – die "Living Reviews in Relativity". Die web-basierte elektronische Zeitschrift hat es sich zur Aufgabe gemacht, "lebende" Review-Artikel zu veröffentlichen, die von ihren Autoren betreut und fortlaufend aktualisiert werden. Seit der ersten Ausgabe 1998 sind zwanzig Artikel erschienen – mit einem Themenspektrum, das von der Mathematik partieller Differenzialgleichungen bis zur beobachtenden Astrophysik reicht. Die Idee zu dem Review-Journal der anderen Art stammt von Bernard Schutz, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Golm bei Potsdam, das auch als Herausgeber der Zeitschrift fungiert.
Ein Beispiel, von dem sich sicherlich auch Wissenschaftler anderer Disziplinen wünschen werden, dass es Schule macht. An den Machern der "Living Reviews" soll es nicht liegen: Sie haben vor, den Programmcode, der ihre Zeitschrift zum


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