100 Jahre Quantentheorie
Keine physikalische Theorie ist präziser – und keine wirft zur Frage, was da eigentlich gemessen wird, ähnlich knifflige Interpretationsprobleme auf. Jetzt zeichnet sich unter dem Begriff "Dekohärenz" eine schlüssige Lösung ab.
Max Tegmark und John Archibald Wheeler
Dieser Artikel lässt die ersten hundert Jahre Quantenphysik Revue passieren und berücksichtigt dabei besonders ihre mysteriöse Seite und die anhaltende Debatte über ihre breit gefächerten Konsequenzen – von Quantencomputern bis zum menschlichen Bewusstsein, von Paralleluniversen bis zum Wesen der physikalischen Wirklichkeit. Dabei übergehen wir die erstaunliche Bandbreite der wissenschaftlich-technischen Anwendungen: Heutzutage beruht schätzungsweise ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts der USA auf Erfindungen, die durch die Quantenphysik ermöglicht wurden – vom Halbleiter im Computerchip über Laser im CD-Player bis zur Kernspintomographie im Krankenhaus und vielem mehr.
1871 hatten die Naturforscher gute Gründe für ihren Optimismus. Klassische Mechanik und Elektrodynamik trieben die industrielle Revolution voran, und anscheinend vermochten ihre Grundgleichungen alle physikalischen Systeme zu beschreiben. Nur ein paar lästige Details trübten das Bild. Zum Beispiel passte keine Formel auf das gesamte Strahlungsspektrum eines glühend heißen Objekts. Tatsächlich wurde die k


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