Am Rande: Mit der Maul- und Klauenseuche zurück ins Mittelalter
Wie in Großbritannien eine Tierkrankheit bekämpft wird
Dr. Michael Groß
Fast auf den Tag genau zwölf Jahre später sucht ebendieses Virus Viehbestände in Großbritannien heim. Zwölf Jahre, sollte man meinen, müssten hinreichend sein, um einen verbesserten Impfstoff, ein Medikament und/oder eine wirkungsvolle Diagnostik zu entwickeln. Man könnte also, im Lande des Ur-Impfers Edward Jenner, der die Pockenimpfung einführte, und am Beginn des 21. Jahrhunderts, einem solchen wohl erforschten molekularbiologischen Problem mit wohl durchdachten wissenschaftlich fundierten Lösungen begegnen?
Falsch gedacht. Was wirklich geschah war, dass das Landwirtschaftsministerium auf einen Katastrophenplan aus den zwanziger Jahren zurückgriff, der hinwiederum sich von seinen Vorgängern im Mittelalter nur dadurch unterscheidet, dass es damals noch keinen Dieselkraftstoff und keine Traktoren gab. Kurz gesagt, erkrankte Tiere und die gesunden Tiere in einem gewissen Umkreis wurden geschlachtet, zu riesigen Kadaverbergen aufgehäuft, mit Diesel übergossen und open air verbrannt.
Dass dabei jede Menge Diesel in den Boden sickert und das Grundwasser verseucht, wen kümmert’s? Dass bei den schlechten und unvollständigen Verbrennungsbedingungen infektiöse Viruspartikel in die Luft gesc


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