Darwins Mitstreiter Thomas Huxley (1825–1895) beobachtete dieses erschreckende Phänomen bereits im Tierreich: Wenn gewisse Meeresbewohner vom geistig anspruchsvollen Vagabundenleben Abschied nehmen und sich als Dauergäste etwa auf einer Schiffsplanke niederlassen, wo sie lediglich aus dem vorbeiströmenden Wasser Nährstoffe filtrieren müssen, bauen sie die überflüssig gewordenen Teile des eigenen Hirns ab. Der Genetiker und Autor Steve Jones weitete diese Beobachtung in seinem Buch "Almost Like a Whale" (auf deutsch: "Wie der Wal zur Flosse kam") auf den Menschen aus, als er konstatierte, dass manche Professoren auf die Erringung einer Dauerstelle (tenure) ähnlich reagieren.

Doch da Professoren keine eigene Spezies darstellen, ist Ähnliches möglicherweise für Homo sapiens ja ganz allgemein zutreffend. Nach den denk-intensiven Jahren der Schul-, Universitäts- oder Berufsausbildung sind manche froh, wenn sie sich auf ihrer Schiffsplanke niederlassen und die jeweils aktuelle Serie von Big Brother oder Girlscamp filtrieren können. Und wenn ökonomische Zwänge des Berufslebens sie allzu sehr zu geistiger Tätigkeit zwingen, neigen sie in der Freizeit besonders zum Abschalten.

Eine neue epidemiologische Studie aus den USA sollte allerdings zumindest denjenigen zu denken geben, bei denen die Hirnabschaltung noch halbwegs reversibel ist. Es war bereits vorher bekannt, dass hoher Bildungsgrad und anspruchsvolle Berufstätigkeit die Wahrscheinlichkeit verringern, an der Alzheimerschen Demenz zu erkranken. Nun fand das Team von Robert Friedland in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio heraus, dass diese Wahrscheinlichkeit (bei gleichem Bildungsgrad und Berufsstatus) in signifikantem Zusammenhang mit der Teilnahme an Freizeitbeschäftigungen im mittleren Lebensalter steht. Am besten "schützen", so Friedland, geistig anspruchsvolle Täti