Zellbiologie
Wie 'Fallen' Fusionen fördern
Bei der Ausschüttung von Hormonen und der Signal-übermittlung zwischen Nervenzellen spielt die Verschmelzung von Membranen eine zentrale Rolle. Die komplizierte Steuerung solcher Fusionen wurde jetzt im Prinzip geklärt.
Dr. Michael Groß
Das geschieht zum Beispiel an Synapsen, den Schaltstellen zwischen Neuronen. Wenn dort ein Botenstoff (Neurotransmitter) ausgeschüttet wird, der ein Signal an die nächste Nervenzelle übermitteln soll, dauert das nur wenige Millisekunden. Diese enorme Geschwindigkeit ist deshalb möglich, weil ein Membranbläschen (eine Vesikel), das mit dem Botenstoff gefüllt ist, einfach mit der Zellmembran verschmilzt und dabei seinen Inhalt nach außen entlässt.
Zelluläre Türsteher
Auf ähnliche Weise werden auch Hormone freigesetzt und viele Stoffe innerhalb der Zelle von einem "Zimmer" ins andere geschleust. Damit die richtigen Moleküle an den richtigen Ort kommen, muss allerdings gewährleistet sein, dass nur bestimmte Bläschen mit ganz bestimmten Membranen verschmelzen können. Wie die Zelle das bewerkstelligt, lag Jahrzehnte lang völlig im Dunkeln.
Erst 1993 entdeckte die Arbeitsgruppe von Thomas Söllner und James Rothman am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York eine Gruppe von Proteinen, welche die Transportprozesse zwischen den Abteilungen einer Zelle dirigieren. Der Name, den sie erhielten, ist ein Akronym, dessen Auflösung dem Laien nichts sagt, da es lediglich zu einem halben Dutzend ebenso kryptischer Abkürzungen f


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