Windeln und Waschmittel, Tesafilm und Tupperware haben Entdeckungsgeschichten, die oft ebenso spannend sind wie die Storys von den Dinosauriern und den Schwarzen Löchern, die den Markt der populärwissenschaftlichen Bücher dominieren. Nur sind diese Geschichten oft nur wenigen bekannt.

Der ehemalige Verlag Chemie, jetzt Wiley-VCH, bemüht sich, diese Lücke zu schließen, sowohl mit Übersetzungen englischer Werke wie "Chemie der Zukunft" von Philip Ball und "Sonne, Sex und Schokolade" von John Emsley als auch mit deutschen Originalberichten und Lesebüchern. Von letzterer Art ist das vorliegende Buch; es handelt sich um einen Wühltisch mit 35 "Chemiegeschichten", die jeweils einen Aspekt der Chemie behandeln.

Neben produktorientierten Beiträgen über Klebstoffe, Beton, Waschmittel und die Babywindel des Buchtitels finden sich Berichte über Methoden, von der klassischen Chromatographie bis hin zur Polymerase-Kettenreaktion, sowie einige interessante Moleküle, die es noch nicht ganz bis in den Supermarkt geschafft haben, etwa die fußballförmigen Fullerene und die baumartig verzweigten Dendrimere.

Die Herausgeber haben gründlich redigiert, aber ihren 24 Koautoren auch viel Freiheit zugestanden (bis hin zur Wahl der Rechtschreibregeln), sodass die Beiträge stilistisch sehr unterschiedlich ausfallen. Die meisten enthalten eine Mischung aus allgemeinen Grundlagen und interessanten Details, von denen auch ältere Semester noch etwas lernen können. Von der beschreibbaren CD bis zum Fleckentferner wird die unsichtbare Magie vieler Alltagsprodukte in verständlicher Form erklärt. Manches ist auch geeignet, Eltern wissbegieriger Kinder das Leben zu erleichtern und der Frage: "Wie funktioniert das?" den Schrecken zu nehmen.

Manche Kapitel lösen tatsächlich das Versprechen des Titels ein mit einer