Proteomik
Neues Werkzeug zum Erforschen des Erbguts
Ein Mechanismus, mit dem sich Zellen gegen Virusbefall wehren, hat sich als idealer Hebel erwiesen, um Gene nach Belieben abzuschalten und so ihre Funktion zu erforschen.
Dr. Michael Groß
Während Sie sich die Ohren zuhalten, scheint Ihr Nachbar verzückt zu lauschen. In seiner Hand hat er ein Gerät, das wie eine Fernbedienung aussieht. Als Sie ihn verwundert anschauen, reicht er es Ihnen mit aufforderndem Lächeln. Sie nehmen es, drücken wahllos auf einen Knopf, und ein Wunder geschieht. Plötzlich erklingt nur noch die schmeichelnde Melodie einiger schluchzender Geigen. Sie drücken noch einmal, und ein Cello steuert eine schmelzende Begleitung bei. Und so können Sie aus dem wirren Gesamtklang nach Belieben einzelne Instrumente oder Instrumentengruppen herauslösen und gesondert anhören. Allmählich gewinnen Sie auf diese Weise eine Ahnung davon, aus welchen Stücken sich das Klangchaos zusammensetzt.
Eine solche Fernbedienung wäre der Wunschtraum von Forschern, die das Zusammenspiel der 30000 Gene im menschlichen Erbgut ergründen wollen. Doch er muss kein Traum bleiben. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen haben jetzt immerhin einen Stummschalter entwickelt, der nach Belieben einzelne "Instrumente" ausblendet. Trotz seiner beschränkten Möglichkeiten könnte er wesentlich dazu beitragen, mehr Klarheit in die unüb


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