szmtag
Spektrum der Wissenschaft spektrumdirekt Sterne und Weltraum Gehirn&Geist epoc SciLogs WIS wissenschaft-online naturejobs
 
Magazin | 01.04.2003
GASTKOMMENTAR

Der Mythos vom sauberen Krieg

Götz Neuneck
Das Thema Waffentechnik in einer wissenschaftlichen Zeitschrift mag erschrecken – aber Fragen über Krieg und Frieden, die einen technisch-wissenschaftlichen Hintergrund haben, sollten auch von der scientific community diskutiert werden, denn Technologien werden genutzt, um Kriege wieder führbar zu machen. Die These von der »Revolution in Military Affairs«, nach der es aufgrund überlegener Waffentechnik möglich ist, jeden Krieg zu gewinnen, wird in Fachkreisen diskutiert. Die Ergebnisse dieser Debatte beeinflussen die Rüstungshaushalte, die Abrüstung und die Kriege der Zukunft. Gegen die Debatte selbst ist nichts einzuwenden. Doch wird sie auch fair und rational geführt? Im vorliegenden Artikel preist Michael Puttré stolz die »Familie« der GPS-gelenkten Geschosse an, die heute in großer Zahl produziert werden. Diese Präzisionsbomben mögen durchaus über die ihnen attestierten Qualitäten verfügen. Dennoch zeichnet Puttré nur ein höchst eigenwilliges und verfälschendes Bild vom heutigen Krieg. Artikel wie dieser verstärken Mythen und tragen nicht zum Verständnis moderner Kriege bei.

Mythos Nr. 1: Präzisionsgelenkte Waffen zerstören Punktziele

Puttrés Tabelle listet auch Waffen auf, die zur Flächenbombardierung dienen, zum Beispiel die »Wind Corrected Munition Dispensers« CBU-103 bis 105. Die Streubombe CBU-87 besteht aus 202 »Bomblets«, die jeweils 300 Splitter in einem Umkreis von 150 Meter gegen »soft targets«, also Menschen, verteilen. Ein einziger Behälter deckt eine Fläche von bis zu zwanzig Fußballfeldern ab. Interessant wäre es zu erfahren, wann, in welcher Menge und gegen wen diese Munition eingesetzt wurde. Da Militärs sich am Boden besser schützen können, dürften die meisten Opfer Zivilisten sein. In der Regel detonieren fünf bis zehn Prozent der Bomblets nicht und bleiben als Blindgänger noch lange Zeit nach Beendigung des Kampfes eine große Gefahr.

Mythos Nr. 2: Punktgenaue Munition richtet sich gegen militärische Z
TEXT Sie können den Artikel als HTML-Datei abrufen (nur Text):
Artikel in der Datei:
Der Mythos vom sauberen Krieg

Datei abrufen
Der vollständige Artikel ist erschienen in
» Spektrum der Wissenschaft, 4 / 2003
Infos
LESERBRIEFE

Leserbrief schreiben

zu 'Der Mythos vom sauberen Krieg'
nicht artikelbezogen

wird nicht angezeigt
E-Mail-Adresse darf angezeigt werden
Beitrag darf veröffentlicht werden
Folgende Zahl bitte eingeben.
Anzeige
 

Der Artikel "Der Mythos vom sauberen Krieg" ist erschienen in Spektrum der Wissenschaft 4 / 2003

Anzeige
 
Anzeige
 
Lesershop
Stoßprozesse: Energie, Impuls und das geeignetste Bezugssystem • Planeten: Keplers III. Gesetz bringt alles auf die Reihe • Optik und Kinematik: Rollkurven, Brennpunkte und die Mandelbrot-Menge • … »
 
Abonnement
Science-Shop
Evolution zum Hören mit Beiträgen aus "Spektrum der Wissenschaft" »
 

Science Jobs der Woche


Mehr Jobs von naturejobs.com und Spektrum der Wissenschaft finden sie hier.
 

Spektrum finden Sie auch hier



 

DenkMal

Wer ist kein Narr?
Ähzebär
Nubbel
Rurmanes
Azazel
Hoppeditz
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
Impressum - AGB - Datenschutz - Spektrum Custom Publishing
Internationale Ausgaben:
Brasilien | Frankreich | Italien | Spanien | USA | mehr...