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Magazin | 01.06.2003
MEDIZIN

Die Evolution der Hautfarben

George Chaplin und Nina G. Jablonski
Schwarze und weiße Haut entstanden als Anpassung an viel oder wenig Sonne. Die Pigmentierung war stets ein Balanceakt zwischen Vitaminen, die durch UV-Strahlung zerstört oder erzeugt werden. Dies zeigen auch moderne Vitaminmangel-Krankheiten aufgrund der heutigen Mobilität.
Die junge Frau leidet an Schuppenflechte. Sie stammt aus Südasien. "Hier in Mitteleu­ropa bekommen Menschen Ihrer Herkunft leicht zu wenig Sonne", erfährt sie vom Arzt.

Dass dunkelhäutige Menschengruppen in Äquatornähe leben und hellhäutige in höheren Breiten, führen Anthropologen seit langem auf die Sonnenstrahlung zurück. Allerdings nahmen sie bislang meistens an, die stark pigmentierte Haut sei zum Schutz vor Hautkrebs entstanden. Wir haben eine andere Erklärung gefunden. Vieles deutet darauf hin, dass der Grad der Pigmentierung wesentlich auf einer in der menschlichen Evolution immer wieder austarierten Balance zweier Vitamine beruht. Das eine wird durch UV-Strahlung zerstört, das andere aufgebaut. Beide sind aber wichtig, um Kinder zeugen und gesund zur Welt bringen zu können.

Wir sind die einzigen Primaten mit weitgehend nackter Haut. Schimpansen sehen unter dem Haarkleid hell aus. Da sie sich in den letzten mindestens 7 Millionen Jahren, seit sich unsere Abstammungslinien trennten, vermutlich weniger verändert haben als wir, darf man vermuten, dass auch der letzte gemeinsame Vorfahre hellhäutig war.

Nur die wenigen unbehaarten Körperstellen eines Schimpansen – Gesicht, Hände und Füße, die bei jungen Tieren noch rosa aussehen – werden mit zunehmendem Alter durch Sonnenstrahlung fleckig oder dunkel. So ist anzunehmen, dass die Hominiden erst eine insgesamt dunklere Haut bekamen, als ihr Haarkleid verschwand. Doch wann verloren unsere Ahnen ihr Fell?

Ihre fossilen Skelette vermitteln ein recht gutes Bild ihrer Lebensweise und Verhaltensmöglichkeiten. "Lucy" und ihre Zeitgenossen schlugen sich vor gut 3 Millionen Jahren vermutlich ähnlich durch wie heutige Savannenprimaten: Sie verbrachten den Großteil des Tages mit Nahrungssuche in offenem Gelände und zogen sich zur Nacht auf Bäume zurück. An einem Tag le
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