Schrifterkennung
Wer unterschreibt, der lebt
Eine persönliche Handschrift lässt sich fälschen, jedoch niemals der Vorgang des Unterschreibens. Allein der Druck des Stifts auf das Papier zeigt individuelle Verlaufsmuster.
René Baltus
Zu Recht, denn schon mit bloßem Auge unterscheiden sich die Handschriften zweier Menschen durch den Raum, den eine Signatur einnimmt, der zwischen ihren Buchstaben verbleibt oder innerhalb eines Buchstabens eingeschlossen ist. Weitere sichtbare Merkmale lassen sich aus Form und Schriftführung ableiten. Den Grund für die Unterschiede liefert die Physiologie. Denn Schreiben erfordert die Zusammenarbeit zahlreicher Muskeln ab der Rumpfmitte aufwärts unter der Kontrolle des Gehirns wie auch der unwillkürlichen Motorik. Dieser Prozess läuft bei zwei Menschen niemals identisch ab, sodass ein Sachverständiger schnell erkennen kann, ob eine Signatur authentisch ist.
Auch Computer mit entsprechender Software bringen dieses Kunststück zu Wege. Eine Unterschrift wird gescannt und mit einem hinterlegten Original (Template) verglichen. Die Software "legt" die Unterschriften übereinander, vermisst Linien und Steilheiten, vergleicht Buchstaben und Strichbeschaffenheit. Diese Verfahren sind bei Banken längst Stand der Technik, um Schecks und Überweisungen auf Authentizität zu prüfen.
Die Maschinen nutzen aber mitunter auch eine Information, die das Auge nicht wahrnehmen kann: den Druck, mit dem ein Stift währen


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