Die Astronomie mit ihrem rasanten Fortschritt fordert unsere Vorstellungskraft ständig aufs Neue heraus – die Titelgeschichte in diesem Heft, in der es um die in den sechziger Jahren zufällig entdeckten, bis 1997 aber gänzlich rätselhaft gebliebenen Gammastrahlenausbrüche geht, liefert dafür ein eklatantes Beispiel. Wir geben gerne zu, dass unser Titelbild reichlich naiv und unbeholfen ist – es fasst aber so gut wie alle Bildelemente zusammen, die sich aus dem gegenwärtigen Wissensstand zu diesem extremen Phänomen ergeben.
Die aktiven Forscher haben darüber hinaus bereits viele Zahlen und Fakten zusammengetragen, aus denen sich ein immer differenzierteres physikalisches Verständnis aufbauen lässt, wie der Beitrag von David A. Kann, Steve Schulze und Sylvio Klose auf S. 42 – 50 zeigt. Heute wissen wir, dass die Gammastrahlenausbrüche mehrheitlich mit Supernovaexplosionen verknüpft sind: In dem Augenblick, wo ein massereicher Vorläuferstern zum Schwarzen Loch kollabiert, werden zwei eng gebündelte Materie-jets in Richtung seiner Pole emittiert und lösen den beobachteten Gammablitz aus. In anderen Fällen verkündet der Blitz das Verschmelzen zweier kompakter Objekte in Doppelsternsystemen – etwa eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch. Dies wissen wir jetzt mit ziemlicher Sicherheit – bildlich vorstellen können wir es uns nicht wirklich.
Das Ringen um Bilder ist ein ständiges Anliegen jener, die neue Wege ins Unbekannte suchen. Und es ist auch ein wesentlicher Aspekt aller didaktischen Bemühungen: Immer, wenn sich der Lernende ein Bild machen kann, hat er auch einen leichteren Zugang zu Formeln und Begriffen. Daraus ergibt sich die wichtige Rolle der »Visualisierung« zunächst bloß theoretisch beschreibbarer Phänomene – also solcher Erscheinungen, die unseren irdischen Erfahrungen so fern liegen, wie etwa die von der Relativitätstheorie beschriebene Welt. Ute Kraus und ihre Arbeitsgruppe an der Universität Tübingen haben hier bereits im Einstein-Jahr 2005 wichtige Beiträge geleistet. Nachdem sich der Jubiläumsrummel gelegt hatte, haben sie ihre Ansätze für Schüler, Lehrer und interessierte Laien weiter systematisch ausgebaut. Darüber berichten sie auf S. 30 – 35. Ihre reichhaltigen Materialien stellen sie Ihnen auf CD-Rom zur Verfügung.
Das Bild als Werkzeug der Erkenntnis begleitet die moderne Astronomie seit der Stunde ihrer Geburt – für Galileo Galilei spielte es bei seinen ersten teleskopischen Beobachtungen die entscheidende Rolle. Damals hatte die Zeichenkunst in Italien wohl ihren höchsten Rang inne, und wie der Kunsthistoriker und Galilei-Forscher Horst Bredekamp zeigt (S. 36 – 41), beherrschte Galilei diese Kunst souverän. Als sein Teleskop die Mondlandschaften, Jupitermonde und Sonnenflecken erstmals für ihn sichtbar machte, hat er sich selbst mit seinen Zeichnungen über die Begriffe, die er zum Verständnis des neu Geschauten entwickelte, Rechenschaft abgelegt.
Eindrücke vom Meteoritenfall am 15. September 2007
Weltweit berichteten Nachrichtenagenturen über einen Aufsehen
erregenden Meteoriteneinschlag in Peru nahe dem Ort Carancas. Die Meldungen waren zum Teil widersprüchlich und spekulativ. Hier folgt ein...
Neue Computersimulationen zeigen, dass die Entstehung der ersten Sterne nach dem Urknall empfindlich von den Eigenschaften der Dunklen Materie abhängt.
Seit vierhundert Jahren überrascht der »wundersame Stern« die Beobachter immer wieder von Neuem. Kürzlich wurde sein kometenartiger Schweif entdeckt, in den die Geschichte seines Massenverlusts...
Entdeckung eines rotierenden Ausflusses von einem jungen Stern
Wenn eine große interstellare Molekülwoke zu kollabieren beginnt, besitzt ihre Materie einen viel höheren Drehimpuls als die Materie der neuen Sterne, die am Ende des Kollapses entstehen. Die Sterne...
Schwarze Löcher und fast lichtschnelle Flüge – »Einstein on Tour« bringt interaktive Computersimulationen in die Schulen. Eigens erstellte Filme erklären die interaktiven Exponate und führen in die...
Ein neuer Blick auf den Begründer der modernen Astronomie
Im Jahr 2005 tauchte im New Yorker Antiquariat Martayan Lan ein verschollenes Exemplar des »Sidereus Nuncius« auf – des Büchleins, in dem Galilei bereits im März 1610 über seine wenige Monate zuvor...
Neue Erkenntnisse und neue Rätsel in der Ära des Gamma-Satelliten SWIFT
Kosmische Gammastrahlenausbrüche (»Gamma-Ray Bursts«) sind die leuchtkräftigsten Explosionen im Universum. Seit der ersten Entdeckung des ihnen folgenden Nachleuchtens im sichtbaren Licht...
Eine weihnachtliche Bescherung für Planetenbeobachter
Unser Nachbarplanet Mars erreicht genau zu Heiligabend die Opposition zur Sonne und erscheint dann als hellroter Lichtpunkt im Sternbild Zwillinge. Zwar ist der Rote Planet bei der diesmaligen...
Im Juli riefen die Zeitschriften »Sterne und Weltraum« und »astronomie heute« zum Artikelwettbewerb »Mein schönstes Astroerlebnis« auf. Den dritten Preis, ein Buch über astronomische Reiseziele,...
Nachdem das Jahr 2005 nur einen helleren Kometen hervorgebracht hatte, ließen sich im Jahr 2006 gleich vier im Feldstecher sichtbare Schweifsterne verfolgen. Diese und zahlreiche weitere Objekte...
Ob Sie ein Gelegenheitsbeobachter oder ein versierter Astrophotograph sind – unsere Nachbargalaxie Messier 31 ist in jedem Fall eine Attraktion. Bereits Teleobjektive und kleine Refraktoren bringen...
Nicht mehr ganz so rätselhaft wie noch vor wenigen Jahren erscheinen uns die Röntgen- und Gammablitzlichter am Himmel – die Gamma-Ray Bursts. Die Aufgaben befassen sich mit einigen ihrer Aspekte, der mit dem Ausbruch verbundenen gewaltigen Energie und ihrer selbst für kosmologische Maßstäbe großen Distanzen.
Die umfassende Weltraumperspektive für alle, denen die kosmische Umgebung unserer Erde nicht gleichgültig ist. Experten ihres Fachs beschreiben für Sie das faszinierende Geschehen im Weltall. »