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ASTROnews | 18.01.2008
Suburbia des Sonnensystems: Der Kuiper-Gürtel

Doch wieder neun?

Möglicherweise kreist ein neunter Planet jenseits der Neptunbahn um die Sonne – und es ist nicht Pluto. Zu diesem Ergebnis kommen die beiden Astronomen Patryk Sofia Lykawka und Tadashi Mukai von der japanischen Kobe University auf Grund von umfangreichen Computersimulationen.
Der etwa erdgroße Planet soll sich im äußeren Bereich des Kuiper-Gürtels befinden – einer Zone voller Eis- und Gesteinsbrocken hinter der Neptunbahn. Einige Eigenschaften sind den Astronomen bis heute ein Rätsel. So nimmt die Zahl der Objekte in der äußeren Region des Gürtels, die als „Kuiper Cliff“ (Kuiper-Klippe) bekannt ist, unvermittelt stark ab. Zudem folgen die Brocken im Kuiper-Gürtel mindestens drei sehr verschiedenen Arten von Bahnen. Mit Hilfe von umfassenden Computermodellen der planetaren Scheibe untersuchten Lykawka und Mukai den Ursprung und die Evolution der Umlaufbahnen von Trans-Neptun-Objekten (TNO). Darauf basierend schlagen sie einen neunten Planeten vor, um die mysteriöse Architektur und Dynamik zu erklären.

Danach besteht „Planet X“ hauptsächlich aus Eis und Gestein und vereint zwischen 30 und 70 Prozent der Erdmasse in sich. Bei einer Entfernung von 100 bis 175 AE (eine Astronomische Einheit entspricht dem Abstand Erde-Sonne) von der Sonne braucht er zwischen 1000 und 2500 Jahre für eine Umrundung – Pluto hingegen nur 248 Jahre. Die Neigung seiner Bahn in Bezug auf die Ebene, in der die übrigen Planeten laufen, könnte bis zu 40 Grad betragen. Damit liefern die beiden Forscher überprüfbare Vorhersagen und innerhalb der kommenden Jahre könnte die Existenz des Superplutos ihrer Meinung nach bestätigt werden.

Lykawka ist nicht der erste, der einen weiteren Planeten hinter dem Neptun vermutet. Bereits 2002 hatten Mario Melita von der Queen Mary University of London und Adrian Brunini von der National University of La Plata in Argentinien einen Planeten prophezeit: Mindestens so massereich wie Mars und etwa 60 AE von der Sonne entfernt. Doch wie sich wenige Jahre später herausstellte, konnte ihr Planet nicht alle beobachteten Eigenschaften des Kuipergürtels erklären.

mp
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