Manuela Welzel-Breuer, Professorin für Physik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, hat ihr Konzept bereits vor knapp drei Jahren in dieser Zeitschrift vorgestellt (Spektrum der Wissenschaft 9/2006, S. 76).
Da staunt auch der Vater: Die eigenen Finger, in die Ohren gesteckt, und ein um die Finger gewickelter Bindfaden bilden einen überraschend wenig gedämpften Schallleiter. Da macht der Löffel gegen die Tischkante ordentlich Lärm.
Da können die Kinder Nägel in eine Styroporkugel stechen, bis sie eine super Punkfrisur hat, und ihr vor allem ein entsprechend buntes Gesicht malen. Dass das Ding bei ausreichend Nägeln im Kopf im Wasser versinkt – das nehmen sie dann als nette Nebensache mit. Ein gewöhnlicher Toaster macht genug heiße Luft für einen Ballon, der im Wesentlichen aus einer Mülltüte besteht. Ein echter Luftballon, mittels angeklebter Hülse an eine gespannte Schnur gefesselt, rast die Schnur raketenartig entlang, indem er die eingeblasene Luft unter großem Getöse wieder von sich gibt.
Allerweltsgegenstände klingen völlig anders, wenn der Schall über eine gewöhnliche Tischplatte (Pressspan, kunststoffbeschichtet) ans Ohr dringt. Die stellvertretenden Kinder (hinten im Bild) lauschen gebannt der Geschichte, welche die Erzählerin (vorn) mit allerlei Geräuschen aus Aufzieheisenbahn, Quietschetier, fallendem Reis (für Regen) und anderen Gegenständen untermalt.
Was vor drei Jahren begann, ist mittlerweile um viele Erfahrungen mit zugehörigen Doktorarbeiten reicher. Inzwischen hat sich die Klaus-Tschira-Stiftung der Sache angenommen und spendiert Räumlichkeiten für eine ganze "Forscherstation" mit Schulungs- und Experimentierräumen sowie einem Materialverleih. Jeder Kindergarten kann sich für eine Woche kostenlos eine von 30 verschiedenen Experimentierkisten ausleihen. Nach Gebrauch wird die Kiste von der Forscherstation wieder mit frischem Material befüllt. Zur Zeit sind pro Monat durchschnittlich 30 Kisten im Umlauf.
Styroporkugeln, Knete, Streichhölzer, Nägel und viel Farbe ergeben die fantastischsten Schwimmkörper.
In ein paar Tagen, vom 14. bis 17. Juni, ist die Forscherstation übrigens rund um die Seebühne im Luisenpark Mannheim zu Gast.
Christoph Pöppe







drucken




Robotergesetze |
NeuroKognition |
Landschaft & Oekologie |
bildungslücke |
braincast |
Fischblog |
Detritus |
Uhura Uraniae |
Sprachlog |
Con Text |
Labyrinth des Schreibens |
Natur des Glaubens | 





